Staatliches Gericht oder Schiedsverfahren?
Die zentrale Weichenstellung lautet: staatliches Gericht oder Schiedsverfahren, etwa nach den Regeln der DIS oder ICC. Staatliche Verfahren sind häufig kostengünstiger, können sich durch mehrere Instanzen aber über einen längeren Zeitraum ziehen. Verhandlungen sind grundsätzlich öffentlich. Wie gut sich ein Urteil im Ausland vollstrecken lässt, hängt vom jeweiligen Staat und den anwendbaren Abkommen ab.
Ein Schiedsverfahren verursacht regelmäßig höhere Kosten, weil neben den Parteivertretern auch Schiedsrichter und gegebenenfalls eine Institution vergütet werden. Dafür bleibt es meist bei einer Instanz, das Verfahren kann vertraulich geführt und stärker an die Bedürfnisse der Parteien angepasst werden. Sein wichtigster Vorteil liegt oft in der internationalen Vollstreckbarkeit des Schiedsspruchs. Welche Variante vorzugswürdig ist, lässt sich daher nicht abstrakt beantworten, sondern nur mit Blick auf Streitwert, Vertragsbeziehung, mögliche Vollstreckungsstaaten und den Bedarf an Vertraulichkeit.