PPA-Typen und Lieferstruktur
On-site- oder Direct-Wire-PPA. Bei diesem Modell wird der Strom über eine private Leitung unmittelbar vom Erzeuger zum Abnehmer geliefert. Es eignet sich vor allem, wenn Erzeugung und Verbrauch räumlich verbunden sind und die Leitungs- sowie Messstruktur technisch klar abgegrenzt werden kann.
Physisches PPA über das öffentliche Netz. Hier erfolgt die Lieferung über das Netz. Deshalb müssen Netznutzung, Bilanzkreis, Fahrplanmanagement und Ausgleichsenergie in die Vertragsstruktur eingebunden werden. Das Modell wird häufig gewählt, um einen Unternehmensstandort langfristig mit Strom aus einer bestimmten Erzeugungsanlage zu versorgen.
Sleeved PPA. Beim Sleeving übernimmt ein Energieversorger oder spezialisierter Dienstleister die operativen Marktrollen, insbesondere Bilanzkreisführung, Fahrplan, Ausgleichsenergie und Abrechnung. Diese Struktur bietet sich an, wenn Erzeuger und Abnehmer die physische Lieferung vereinbaren, die energiewirtschaftliche Abwicklung aber nicht selbst übernehmen wollen.
Virtuelles oder synthetisches PPA. Dieses Modell ist als finanzieller Differenzausgleich auf einen Referenzpreis ausgestaltet. Der erzeugte Strom wird separat am Markt verkauft, während der Abnehmer seinen physischen Bedarf unabhängig davon deckt. Ein virtuelles PPA kann deshalb auch über Standorte oder Marktgebiete hinweg zur langfristigen Preisabsicherung eingesetzt werden.
Zusätzlich ist festzulegen, ob „pay-as-produced“, eine feste Bandlieferung oder ein strukturiertes Profil geschuldet wird. Diese Wahl entscheidet, wer das Wetter-, Profil- und Ausgleichsenergierisiko trägt. Bei einem Corporate PPA ist außerdem zu prüfen, wie Herkunftsnachweise übertragen und entwertet werden. Nur wenn Stromlieferung, Herkunftsnachweise und Nachhaltigkeitskommunikation zusammenpassen, kann der Abnehmer die erneuerbare Herkunft belastbar in seiner Berichterstattung verwenden.