Die Prinzipien des Legal Project Management
Ziel und Scope
Zu Beginn wird festgelegt, welches Ergebnis erreicht werden soll und welche Leistungen dazugehören. Ein Scope beschreibt nicht nur Inhalte, sondern auch Tiefe, Materialität, Annahmen, Ausschlüsse und Deliverables.
- Workstreams und Meilensteine: Das Projekt wird in steuerbare Arbeitspakete gegliedert, etwa Corporate, Employment, Regulatory, Tax, Contracts, Real Estate und Closing. Für jeden Workstream gibt es Fristen, Abhängigkeiten und definierte Ergebnisse.
- Rollen und Governance: Ein RACI- oder vergleichbares Modell klärt, wer verantwortlich arbeitet, wer entscheidet, wer konsultiert wird und wer lediglich informiert werden muss. Wesentlich sind ein Projektleiter, verantwortliche Workstream-Leads und ein benannter Entscheider auf Mandantenseite.
- Budget und Ressourcen: Das Budget wird auf Phasen oder Workstreams verteilt. Personal wird nach Komplexität eingesetzt, nicht allein nach Verfügbarkeit. Aufgaben, die standardisierbar oder technisch unterstützt werden können, sollten nicht unnötig auf der teuersten Senioritätsebene liegen.
- Risiken und Entscheidungen: Ein Issues- und Decision-Log hält offene Punkte, Verantwortlichkeiten, Fristen und Entscheidungen fest. Dadurch gehen wesentliche Annahmen nicht in E-Mail-Verläufen verloren.
- Kommunikation und Reporting: Regeltermine, Statusformat und Eskalationswege werden zu Beginn vereinbart. Jede Besprechung sollte einen klaren Zweck, vorbereitete Entscheidungsfragen und dokumentierte nächste Schritte haben.
Für welche Mandate eignet sich LPM?
Besonders geeignet sind M&A, Due Diligence und Post-Merger-Integration, internationale Umstrukturierungen und Markteintritte sowie großvolumige Vertragsprogramme. Gut steuerbar mit LPM sind auch Restrukturierungen und Krisenprojekte, regulatorische Zulassungen und Untersuchungen sowie streitige Verfahren mit vielen Beteiligten. Auch Legal-Tech- und Compliance-Implementierungen sowie Projekte mit mehreren lokalen Kanzleien profitieren von dieser Arbeitsweise.