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Fachkräfte aus der Ukraine gewinnen

Wie ukrainische Qualifikationen einzuordnen sind, welche Dokumente und Nachweise relevant sind und welche Wege Unternehmen bei der Rekrutierung von Fachkräften aus der Ukraine nutzen können.

| Lesedauer 4 min. | Autor: Dmitry Novitsky

Für die Einordnung ukrainischer Fachkräfte sind die Fachrichtung, die Dauer und der Inhalt des Abschlusses, wie sie aus dem Diplom und dem Diplomanhang ersichtlich sind, relevant. Die übersetzte Berufsbezeichnung spielt eine nachgeordnete Rolle. Das an den Bologna-Rahmen angeschlossene ukrainische Bildungssystem gliedert Hochschulabschlüsse in Bachelor und Master sowie weitere Stufen. Mögliche Rekrutierungswege sind: - bereits in der EU befindliche Kräfte unter vorübergehendem Schutz, - die Direktansprache in der Ukraine, - spezialisierte Vermittlungsagenturen und - Kooperationen mit ukrainischen Bildungseinrichtungen. Zu beachten ist jedoch, dass das ukrainische Kriegsrecht die Ausreise wehrpflichtiger Männer einschränkt.

Wie ist das ukrainische Qualifikations- und Diplomsystem aufgebaut?

Das ukrainische Bildungssystem ist an den europäischen Bologna-Prozess angeschlossen. Die Hochschulabschlüsse gliedern sich in Bachelor und Master, hinzu kommt der wissenschaftliche Grad des Doktors. Berufliche Qualifikationen unterhalb der Hochschule vermitteln berufsbildende Einrichtungen und Fachschulen, die einen praktischen Beruf mit einem staatlich anerkannten Abschluss verbinden.

Außerdem ist im System ein kurzer Zyklus der Hochschulbildung vorgesehen, der Junior Bachelor, und der wissenschaftliche Grad des Doktors der Wissenschaften bleibt als höchste Stufe erhalten.

Wie prüft und verifiziert man ukrainische Urkunden?

Für die Bestätigung der Echtheit ukrainischer Urkunden gibt es ein etabliertes Verfahren: die Apostille. Da die Ukraine dem Haager Apostille-Übereinkommen angehört, müssen ukrainische Urkunden kein aufwendiges Legalisationsverfahren durchlaufen.

Ergänzend lässt sich die Echtheit von Hochschulabschlüssen über das staatliche Bildungsregister EDB abgleichen. In diesem sind ausgestellte Diplome erfasst. Für den Betrieb bedeutet das: Die Kombination aus Apostille und Registerabgleich gibt Sicherheit, dass die Urkunde echt ist. Hinzu kommt die beglaubigte Übersetzung ins Deutsche. Wer diese Kette frühzeitig und vollständig aufbaut, erspart sich Rückfragen im späteren Anerkennungsverfahren.

Was sagt eine ukrainische Qualifikation über das Können aus?

Eine verifizierte Urkunde beantwortet die Frage nach der Echtheit, nicht die nach der Eignung. Ukrainische Ausbildungen sind in vielen technischen und handwerklichen Bereichen solide und praxisnah, doch der Zuschnitt weicht mitunter vom deutschen Berufsbild ab. Ein Abschluss kann breiter oder enger gefasst sein als sein deutsches Pendant und Berufsbezeichnungen lassen sich nicht immer direkt übersetzen.

In der Praxis sollten die formalen und die praktischen Qualifikationen getrennt voneinander geprüft werden. Zunächst sind Abschluss, Fachrichtung, Ausbildungsdauer und Inhalte zu prüfen. Im nächsten Schritt ist zu klären, welche Tätigkeiten die Person tatsächlich ausgeübt hat und wie sich diese Erfahrung durch Arbeitsbücher, Zeugnisse oder Referenzen belegen lässt. Dabei kann das ukrainische Arbeitsbuch, in dem Beschäftigungszeiten dokumentiert sind, eine wichtige zusätzliche Quelle sein. Ob ein Abschluss für die Ausübung eines reglementierten Berufs in Deutschland genügt, entscheidet allein die deutsche Anerkennung. Die dafür erforderlichen ukrainischen Unterlagen lassen sich aber vorab vollständig und prüffähig zusammenstellen.

Über welche Wege lassen sich Fachkräfte gewinnen?

Die Rekrutierung erfolgt über mehrere Kanäle. Ein erheblicher Teil der ukrainischen Fachkräfte hält sich bereits in der Europäischen Union auf, viele von ihnen genießen vorübergehenden Schutz. Diese Gruppe ist unmittelbar ansprechbar und bringt oft schon Sprach- und Integrationserfahrung mit. Daneben kommen die Direktansprache in der Ukraine, spezialisierte Vermittlungsagenturen sowie Kooperationen mit ukrainischen Bildungseinrichtungen zum Einsatz.

Ein Punkt muss jedoch ehrlich benannt werden: Das in der Ukraine geltende Kriegsrecht schränkt die Ausreise wehrpflichtiger Männer ein. Bei der Rekrutierung von Kandidaten, die sich noch in der Ukraine befinden, ist dies ein realer Faktor, der die verfügbare Bewerbergruppe verändert. Wer plant, sollte diese Lage von Anfang an berücksichtigen und den Schwerpunkt gegebenenfalls auf bereits in der EU befindliche Kräfte oder auf Frauen und nicht wehrpflichtige Gruppen legen.

Was ist bei Verträgen und Dokumenten aus ukrainischer Sicht zu beachten?

Im Zusammenhang mit der Einstellung sind ukrainische Dokumente erforderlich, die derselben Sorgfalt bedürfen wie das Diplom. Personenstandsurkunden, Führungszeugnisse und Nachweise über frühere Beschäftigungen sollten apostilliert und mit einer beglaubigten Übersetzung vorliegen.

Zu klären ist auch die Frage, ob eine Person noch in einem ukrainischen Arbeitsverhältnis steht. Das ukrainische Arbeitsrecht kennt Instrumente wie die Aussetzung des Arbeitsverhältnisses, sodass eine frühere Beschäftigung fortbestehen kann, ohne aktiv gelebt zu werden. Für den deutschen Arbeitgeber ist das in der Regel kein Hindernis, aber es lohnt sich, dies zu klären, um Doppelstrukturen und Missverständnisse zu vermeiden.

Wo endet die ukrainische und beginnt die deutsche Seite?

Die Grenze verläuft klar. Alles, was mit der Herkunft, Echtheit und Einordnung der ukrainischen Qualifikationen und Dokumente zu tun hat, kann aus ukrainischer Sicht vorbereitet und abgesichert werden. Damit ist der Grundstein gelegt.

Die Anerkennung des Abschlusses in Deutschland, die Bewertung durch die zuständigen Stellen und die anabin-Datenbank, das Aufenthaltsrecht sowie die arbeitsrechtliche Gestaltung des deutschen Arbeitsvertrags unterliegen der deutschen Rechtsordnung. Diese Schritte werden von den in Deutschland zugelassenen Kolleginnen und Kollegen von Maxfeld.legal übernommen. Ein reibungsloser Übergang gelingt, wenn die ukrainischen Unterlagen vollständig, verifiziert und übersetzt vorliegen, bevor das deutsche Verfahren beginnt. Genau diese Vorarbeit übernehmen wir.

Über den Autor

Dmitry Novitsky, Jurist für ukrainisches Recht, Maxfeld.legal Nürnberg
Dmitry Novitsky
Ukraine Desk
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Dmitry Novitsky ist ein ukrainischer Jurist, der in der Ukraine als Advokat zugelassen ist. Als Partner der Kanzlei Borysenko & Partners in Dnipro betreut er Mandate aus den Bereichen Gesellschafts-, Immobilien- und Vergaberecht. Bei Maxfeld.legal unterstützt er die Teams bei Vorhaben mit Ukraine-Bezug. Die rechtliche Umsetzung in Deutschland wird von den zugelassenen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten der Kanzlei verantwortet.

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Fachkräfte aus der Ukraine sauber vorbereiten

Wir verifizieren Qualifikationen und Urkunden auf der ukrainischen Seite und übergeben prüffähige Unterlagen für Anerkennung und Aufenthaltsrecht an die in Deutschland zugelassenen Anwältinnen und Anwälte der Kanzlei.

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Häufige Fragen zu Fachkräften aus der Ukraine

Das ukrainische Hochschulsystem ist an den Bologna-Prozess angeschlossen und kennt die Abschlüsse Bachelor, Master und Doktor. Berufliche Qualifikationen werden in berufsbildenden Einrichtungen und Fachschulen vermittelt. Für die Einordnung sind Fachrichtung, Dauer und Inhalt laut Diplom und Diplomanhang entscheidend, nicht die Berufsbezeichnung allein.

Die Apostille ist eine vereinfachte Echtheitsbestätigung für Urkunden zwischen Vertragsstaaten des Haager Übereinkommens, zu denen auch die Ukraine gehört.

Es gibt zwei Wege: die Apostille und den Abgleich mit dem staatlichen Bildungsregister EDEBO, in dem ausgestellte Hochschuldiplome erfasst sind. In Kombination mit einer beglaubigten Übersetzung ergibt sich so eine belastbare Grundlage für das spätere Anerkennungsverfahren.

Nicht unmittelbar. Ob ein Abschluss in Deutschland genügt, entscheidet allein die deutsche Anerkennungstelle. Die dafür erforderlichen ukrainischen Unterlagen lassen sich aber vorab prüffähig zusammenstellen.

Ja, das ukrainische Kriegsrecht beschränkt die Ausreise von Männern, die wehrpflichtig sind. Für Kandidaten, die sich noch in der Ukraine befinden, verändert dies die verfügbare Bewerbergruppe. Es kann sinnvoll sein, den Fokus auf bereits in der EU befindliche Fachkräfte zu legen.

Das ist Aufgabe der zugelassenen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte von Maxfeld.legal auf deutscher Seite. Aus ukrainischer Sicht können die Qualifikationen und Dokumente vollständig vorbereitet, verifiziert und übersetzt werden, damit das deutsche Verfahren reibungslos beginnen kann.

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