Wie läuft ein Unternehmenskauf ab?
Der Ablauf ist über alle Branchen hinweg im Kern gleich. Er lässt sich in sechs Phasen gliedern, die aufeinander aufbauen und jeweils ein greifbares Ergebnis hinterlassen.
In der Sondierungsphase werden Kontakt, grobe Bewertung und Vertraulichkeit geklärt. Das zentrale Dokument ist regelmäßig die Vertraulichkeitsvereinbarung. Darauf folgt die Absichtserklärung: Letter of Intent oder Term Sheet halten Struktur, wirtschaftliche Eckpunkte, Zeitplan und Exklusivität fest.
Anschließend untersucht die Due Diligence das Unternehmen rechtlich, steuerlich, finanziell und kommerziell. Ihr Ergebnis ist kein Selbstzweck, sondern die Grundlage für Kaufpreis, Garantien, Freistellungen und Vollzugsbedingungen. Parallel oder im Anschluss beginnt die Vertragsverhandlung, in der diese Punkte im Entwurf des Unternehmenskaufvertrags und in den Nebenverträgen umgesetzt werden.
Mit dem Signing wird der Kaufvertrag geschlossen und bei GmbH-Anteilen notariell beurkundet. Das Closing folgt, sobald die Vollzugsbedingungen erfüllt sind. Dann werden Kaufpreis, Anteils- oder Vermögensübertragung und die weiteren Vollzugshandlungen anhand eines Closing Memorandum oder Closing-Protokolls abgewickelt.
Ob Sie diesen Weg allein mit dem Verkäufer gehen oder gegen andere Interessenten, hängt vom Verkaufsprozess ab. Verkauft ein Gesellschafter freihändig, verhandeln Sie exklusiv. Läuft ein strukturiertes Bieterverfahren, gibt die Verkäuferseite den Takt vor, arbeitet mit Fristen und einem vorbereiteten Datenraum, und der Verhandlungsspielraum verschiebt sich zu ihren Gunsten. Für den Käufer heißt das: Je früher die eigene Struktur steht, desto weniger gerät er unter den Zeitdruck des Verkäufers.