Warum wird der Kaufpreis angepasst?
Unternehmen werden meist auf Grundlage ihrer nachhaltigen Ertragskraft bewertet. Ein EBITDA-Multiple führt zunächst zum Enterprise Value, also zum Wert des operativen Geschäfts unabhängig davon, wie es finanziert ist. Der Käufer übernimmt beim Share Deal aber auch die konkrete Bilanz des Zielunternehmens. Hat die Gesellschaft hohe Finanzschulden, muss er diese wirtschaftlich mittragen. Verfügt sie über überschüssige Liquidität, erhöht dies grundsätzlich den Wert der Anteile.
Auch das betriebsnotwendige Working Capital beeinflusst den Wert. Ein Unternehmen benötigt Forderungen, Vorräte und andere kurzfristige Vermögenswerte, um sein Geschäft zu betreiben, finanziert einen Teil davon aber durch Lieferantenverbindlichkeiten und sonstige kurzfristige Verpflichtungen. Wird das Unternehmen mit ungewöhnlich niedrigem Working Capital übergeben, muss der Käufer unmittelbar nach Closing zusätzliche Liquidität zuführen. Der Mechanismus soll deshalb eine Übergabe auf normalisiertem Niveau sicherstellen.
Der Kaufvertrag muss dieselben wirtschaftlichen Positionen nur einmal erfassen. Eine Verbindlichkeit darf nicht zugleich als Debt abgezogen und über das Working Capital ein zweites Mal preiswirksam werden. Diese Trennlinie ist der Kern der Definitionen.