Readiness Review und Vendor Due Diligence
Am Anfang steht häufig ein Readiness Review. Er ist schlanker als eine vollständige Vendor Due Diligence und beantwortet drei Fragen.
Ein Readiness Review klärt, welche Unterlagen und Informationen ein professioneller Käufer erwarten wird, wo Lücken oder Inkonsistenzen bestehen und welche Punkte vor Beginn des Verkaufs behoben, strukturiert offengelegt oder in der Transaktionsstrategie berücksichtigt werden sollten.
Typische Themen sind:
Im gesellschaftsrechtlichen Bereich werden insbesondere die Eigentumskette der Geschäftsanteile, aktuelle Gesellschafterdokumentation, Vollmachten und Organbeschlüsse geprüft. Wesentliche Kunden-, Liefer-, Finanzierungs-, Miet- und Kooperationsverträge werden auf Laufzeit, Kündigung, Change of Control und ungewöhnliche Haftungspositionen untersucht.
Für Mitarbeiter und Management sind Vertragslage, variable Vergütung, Pensionszusagen und mögliche Schlüsselpersonenrisiken relevant. Bei technologie- oder markengetriebenen Unternehmen müssen Eigentum und Nutzungsrechte an IP, Software, Domains und Daten belastbar dokumentiert sein.
In den Blick gehören außerdem Genehmigungen, Compliance, Datenschutz, Sanktionen und Exportkontrolle, Immobilien und Umwelt, Versicherungen, Rechtsstreitigkeiten und steuerliche Themen. Entscheidend ist die Priorisierung. Nicht jede Abweichung muss vor dem Prozess beseitigt werden, jede wesentliche Abweichung braucht aber eine bewusste Behandlung.
Eine Vendor Due Diligence geht weiter. Verkäuferberater prüfen das Unternehmen in vereinbartem Umfang und erstellen einen Bericht für den Verkaufsprozess. Das kann bei komplexen Unternehmen, einem internationalen Käuferkreis oder einem kompetitiven Bieterverfahren sinnvoll sein. Der Bericht schafft eine einheitliche Ausgangsbasis, ersetzt aber weder die Prüfung des Käufers noch eine gezielte Vorbereitung der Vertrags- und Offenlegungsstrategie.