Warum ein Beirat: die Lücke zwischen Eigentum und Führung
Solange der Gründer allein führt und allein das Eigentum hält, fallen Eigentum und Leitung zusammen. Mit jeder Generation und jeder Erweiterung des Gesellschafterkreises trennen sich diese beiden Aspekte jedoch voneinander. Aus einem Gesellschafter werden Geschwister, aus Geschwistern werden Stämme und ein Teil der Eigentümer steht dem operativen Geschäft fern. Zugleich rückt oft ein familienfremder Geschäftsführer an die Spitze.
Durch diese Entwicklung entsteht ein Steuerungsproblem. Die Gesellschafterversammlung tagt zu selten und ist zu groß, um die Geschäftsführung wirksam zu begleiten. Ein einzelner Gesellschafter kann oder will diese Rolle nicht übernehmen. Der Beirat füllt diese Lücke, indem er die Geschäftsführung berät, kontrolliert und je nach Ausgestaltung an wesentlichen Entscheidungen beteiligt.
Für die Familie hat das einen doppelten Wert. Einerseits bringt der Beirat fachliche Distanz und Erfahrung in die Führung ein. Andererseits schafft er ein geordnetes Forum, in dem die Interessen der Eigentümer gebündelt werden, anstatt in der Gesellschafterversammlung unvermittelt aufeinanderzutreffen.
Der Beirat ersetzt weder die Gesellschafterversammlung noch die Geschäftsführung, sondern fügt sich als drittes Element dazwischen. Er entlastet die Versammlung von der laufenden Begleitung und stellt der Geschäftsführung einen Ansprechpartner zur Seite, der näher am Geschäft ist als die Eigentümer und unabhängiger als ein einzelner Gesellschafter.